Julia Bührle-Nowikowa* - Künstlerin

*ehemals Julia Schmunk

Portrait Kunstweg Buehne und Kostueme Galerie

Die Kunst des Dramatischen...

Innen und Aussen...

Der Weg - vom Entwurf zur Wirklichkeit...

 

Dramatische Kunst - Fragmente einer Faszination für das Dramatische…

"Der Mensch ist ein Theatertier, und sein Hang zum Theater erklärt seine Größe und seine Verrücktheit." (Jean Genet)

Das was mich anregt, will ich irgendwie ausdrücken. Ich schreibe meine Gedanken auf. Fotografiere, halte das fest, was mich zu bahnen vermag, Begegnungen, beeindruckende Entdeckungen, Bilder auf die ich aufmerksam werde oder die mir meine Phantasie vorspielt. Meine Gedanken wachsen unter meinen Händen, sind möglicherweise angeregt durch ein einziges Wort, einen Satz oder eine ganze Geschichte.

Mit Bildern Geschichten zu erzählen, alle Sinne wachrufen wollen und Andere auf ein Abenteuer, eine Reise, eine Begegnung vielleicht der „dritten“ Art, mitzunehmen. Dramen des Lebens, komisch oder tragisch oder beides, spielen auf der Bühne „live“ oder auf einer Leinwand, ganz groß und scheinbar so nah, als immer wieder mechanisch reproduzierbares Erlebnis.

Die Möglichkeiten des Textes sind gleichermaßen faszinierend, als gesprochenes und als gesungenes Wort. Beim Hören der Töne einer Musik wie beim Lesen der Wörter eines Textes, nehme ich etwas wahr, stelle mir etwas vor. Auf einer imaginären Bühne, einer weißen Leinwand, entstehen Bilder für Gedanken, für Gefühle, die eine Geschichte greifbar, fassbar, erfüllbar machen können.

Für jeden einzelnen Zuschauer, sind diese Bilder anders, als möglicherweise vom  Künstlern gewollt. Auf dem Theater spielt sich alles unmittelbar, direkt vor einem ab, in der Gegenwart, im Austausch zwischen den Schauspielern, Sängern, Tänzern auf der Bühne und den Zuschauern in ihren Sitzen. Durch den Einsatz einer Kamera kann man den Blick des Betrachters bewusst, ja geplant, lenken, ihn auf eine Reise durch unzählige Räume und Orte mitnehmen, ihn mit Augen des Protagonisten sehen lassen, ihn mitten hinein in eine Handlung zerren, in die inneren Räume einer Figur. Ihn das Unmögliche sehen lassen…

 

Innen und Außen…

Die Gedanken und Absichten der Figuren sind oft leise, unhörbar, ihre Handlungen, ihre Reden, ihr Äußeres, verraten sie, in ihren Körperhaltungen stecken Charaktere drin, im Kostüm finden sie ihren Ausdruck, ihr nach Außen gekehrtes Innenleben, kleidet sie wie eine zweite Haut.

Die Figur, ihre Aura, atmet die Atmosphäre des Raumes. Die äußeren Räume werden durch Innere bestimmt, die Aktionen auf der Bühne, in einem Zimmer, an einem Ort, in einem subjektiven Ausblick, in dem Raum, der sich nach der Bewegung des Menschen formt. In einem Element, in einem Gegenstand, im Kostüm, in den einzelnen Szenen, im Dunklen wie im hell Erleuchteten spiegelt sich im Detail das Gesamtkunstwerk wieder.

 

Der Weg - vom Entwurf zur Wirklichkeit

Mich vor einem leeren Blatt drückend, um mich herum suchend, Bücherstapel, Material, Notizen, Skizzen, neue Eindrücke von überallher anhäufend, nach Bildern suchen, auf der Straße, in Natur, Tier- und Pflanzenwelt, meine Inspirationsquellen?!

Verwickelt zu sein in dem gemeinsamen Prozess des Mitentwickelns, im Dialog und Diskurs mit allen Beteiligten der Inszenierung, an dramaturgischen Auseinandersetzungen mitwirken um eine möglichst optimale Umsetzung der Inhalte, der Botschaft dahinter, zu erreichen.

Die Spannung wächst, wenn der Entwurf die ersten Schritte ins sinnlich Spürbare, in die Wirklichkeit macht. Vom Gedanken, für den man brennt, angespornt die Herausforderungen, in einem Team von Spezialisten zu bestehen. Die schöpferische Arbeit über den Entwurf hinaus, bis er dann dreidimensional, die richtige Gestalt in Form, Farbe und Struktur annimmt, mit Spiel, Gesang, Text, Tanz oder Musik eins wird.

"Eine dramatische Aufführung ist anders als die Produkte der meisten anderen Kunstformen, niemals das Werk eines einzelnen und spiegelt niemals die Absicht eines einzelnen zu kommunizieren." (Martin Esslin)

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© 2006 Julia Bührle-Nowikowa